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„Warum gibst du denn so viel Geld für neue Fotos aus? Die Alten sind doch so schön!“

Das war der Kommentar meiner Mutter, als ich ihr neulich von meinem Foto-Shooting Termin erzählte. Und sie hatte absolut recht: die alten Fotos von mir finde ich nach wie vor sehr schön und sie sind noch dazu erst ein Jahr alt. Allerdings eignen sie sich leider nur sehr bedingt für meine Website und diverse Online-Auftritte – warum erfährst du im Laufe dieses Posts.

Also mussten Neue her und es folgte mein mittlerweile viertes professionelles Business Foto-Shooting. Über die Jahre habe ich viel Erfahrung gesammelt, Vieles hinterher bereut und natürlich eine Menge gelernt. Die Quintessenz bringe ich hier für dich auf den Punkt.

Wenn du dich schon gefragt hast, worauf es bei Fotos für deinen Online-Auftritt ankommt, bist du hier richtig!

Drinnen oder draußen?

Viele meiner Kundinnen sind, wie ich, sehr naturverbunden. Da liegt es nahe, als Umgebung für das Shooting Wiesen, Wälder oder Seen zu nutzen – man möchte ja authentisch rüber kommen. Doch dieses Ambiente bietet einige Stolperfallen. Solche Outdoor-Aufnahmen werden zwar oft sehr lieblich und sympathisch, eignen sich jedoch nicht unbedingt für deine Website oder deine Facebook Fanpage.

Denn: der Hintergrund deines Bildes wird mit großer Wahrscheinlichkeit von Grün- oder Blautönen dominiert und die beißen sich mitunter mit deinen Business-Farben. Bei mir persönlich hat es lange gedauert, bis ich kapiert habe, dass Wiese oder Baum im Hintergrund auf meiner Website einfach bescheiden rüber kommt. Denn meine Seite ist sehr klar und „aufgeräumt“ – idyllische Naturaufnahmen sind fantastisch für Hochzeitsfotos, fallen aber auf meiner Website völlig aus dem Rahmen.

Ausserdem besteht bei Draußen-Aufnahmen die Gefahr, dass das tolle Ambiente das Bild dominiert – und dich, im wahrsten Sinne des Wortes, in den Schatten stellt.

Ein Beispiel von mir siehst du hier: viel Baum, wenig Carolin.

Und natürlich bist du sehr wetterabhängig, wenn du ein Outdoor-Shooting planst.

Freiluft-Aufnahmen haben aber durchaus auch Vorteile: in erster Linie das natürliche Licht! Es ist weicher als künstliches Licht und muss nicht lange eingestellt und positioniert werden. Doch Vorsicht: wer denkt, strahlender Sonnenschein wäre eine perfekte Voraussetzung für tolle Bilder irrt! Am besten ist leicht bewölkter Himmel – dann musst du auch nicht ständig die Augen zusammen kneifen ;-).

Mein Tipp:

Gerne draußen, aber vor ruhigem, einfarbigem Hintergrund, der zu deinem Corporate Design passt.

 

Der Hintergrund

Auch hier habe ich schon einiges experimentiert: Wald, Wiese, See und auch Studio-Aufnahmen vor weißen Hintergrund. Letzteres hat für meine Seite sehr gut funktioniert.

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Diesmal wollte ich ein bißchen Pepp und auch Farbe in den Hintergrund bringen. Mit den Fotografen (ein Pärchen in meinem Alter) hatte ich das zuvor besprochen und sie sind losgezogen und haben mir einige Vorschläge für Hintergründe vorab zugeschickt. Daraus haben wir dann gemeinsam drei Hintergründe ausgewählt.

Eine Hauswand:

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Eine Holz-verkleidete weiße Wand:

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Und – mein Favorit – einen Baucontainer:

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Hinterher in der Bildbearbeitung können die Strukturen je nach Wunsch unscharf gemacht werden und störende Effekte wie die Abdrücke auf dem Container retuschiert werden. Mir persönlich gefallen diese Hintergründe viel besser als eine einfarbige Studiowand, aber das ist sicher Geschmackssache.

Mein Tipp:

Probiere verschiedene Hintergründe aus. Man erkennt erst hinterher am Bildschirm, welche am besten (auf deiner Seite) wirken!

 

Kleidung und Makeup

Ganz klar: deine Farben sollten zu dir passen und du solltest dich in der gewählten Kleidung absolut wohlfühlen! Natürlich ist der Schlabberpulli auf deiner Website vermutlich nicht besonders attraktiv, du brauchst dich aber andererseits auch nicht extrem in Schale werfen, wenn das einfach nicht dein Stil ist.

Wenn du Muse hast, kann eine gute Farbberatung an dieser Stelle auch nicht schaden. Die Farben deiner Kleidung dürfen eigentlich nicht stärker sein als du – ich verstoße manchmal bewusst dagegen, ich finde Pink einfach toll (da kommt dann die Rebellin in mir durch ;-)). Aber hier zum Beispiel ist das Blau tatsächlich viel zu stark für mich:

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Und ganz wichtig: die Farben deiner Kleidung sollten unbedingt zu deinem Corporate Design passen!!! Wenn deine Website in Pastellfarben gehalten ist, macht sich ein quietsch gelbes Oberteil eher nicht so gut… ;-)

Beachte bei Portraits, dass man nur einen kleinen Teil deines Oberteils später auf dem Foto sieht. Überprüfe also, ob Kragen und Ausschnitt dich gut ins Szene setzen.

Mein Tipp:

Weniger ist mehr – verzichte auf Muster und Blümchen sowie viele Accessoires. Das lenkt nur ab und macht das Bild sehr unruhig.

Mehr ist mehr – nimm zum Shooting mindestens zwei, besser drei verschiedene Outfits mit. Auch hier siehst du oft erst hinterher, was sich am besten macht.

 

Das Thema Makeup bewirkt sehr unterschiedliche Reaktionen. Für manche Frauen ist es selbstverständlich, sich täglich zu schminken, erst recht, wenn’s vor die Kamera geht. Andere wiederum sind eher der natürliche Typ und verzichten gerne auf Mascara, Puder & Co. Beim Shooting gilt: zumindest ein kleines Make-Up muss sein!!

Und zwar aus zwei Gründen: zum einen „schluckt“ die Kamera sehr viel – völlig ungeschminkt wirkst du auf den Bildern sehr blaß und unscheinbar. Ausserdem ersparst du dem Fotografen viel Arbeit (und dir im Zweifelsfall Geld), wenn er nicht Augenringe oder jeden kleinen Pickel auf jedem Bild einzeln retuschieren muss. Und sein wir mal ehrlich, ein bißchen eitel sind wir doch alle! ;-)

Schminke dich also tendenziell eher mehr als sonst, betone Augen, Wangen und Lippen ein wenig. Aber übertreib’s auch nicht – der Schuss kann auch nach hinten los gehen. Ich habe diesmal eine professionelle Make-Up Stylistin ran gelassen und war sehr dankbar dafür. Einen Tag vor dem Shooting hatte ich nämlich einen Erkältungsanflug bekommen und etwas verquollene Augen (fand ich jedenfalls ;-)). Da war ich um ein bißchen kosmetische Auffrischung einfach dankbar!

 

Format und Posen

Ein klassisches Frontal-Portrait ist meiner Meinung nach Pflicht und wenn das Budget klein ist, die erste Wahl. Deine potentiellen Kunden möchten sich ein klares Bild von dir machen und das geht nur, wenn man dich auch direkt von vorne sieht. Ein Portrait brauchst du aber nicht nur für deine Website, sondern auch für Zeitungsartikel oder beispielsweise deinen Gravatar.

Daneben gibt es natürlich unendlich viele Spielformen. Ich habe mich diesmal für drei davon entschieden:

Querformat-Portraits, wo neben mir viel Platz ist. Sie eignen sich hervorragend, um Texte dort zu platzieren wie beispielsweise zur Auszeit im Chiemgau:

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Querformat mit Zeigen. Ideal, um auf Angebote hinzuweisen, wie zum Beispiel das virtuelle Möglichkeiten Café oder Freebies:

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Und Querformat-Bilder, auf denen ich verschiedene Ausdrücke und Blickwinkel habe. Sie eignen sich sehr gut für Facebook Posts oder auch Angebotsankündigungen. Zum Beispiel so:

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Fazit:

Gute und zu dir und deinem Business passende Fotos brauchen eine gute Vorbereitung. Dann hast du und im Idealfall deine Wunschkunden sehr viel Freude daran! :-)

Hier meine wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  • Suche dir einen Fotografen, der vom Stil zu dir und(!) deinem Business passt.
  • Schau‘ dir andere Webseiten an, hol‘ dir Ideen und finde heraus, was dir gut gefällt und was nicht. Das ist sehr wichtig! Nimm‘ dir die Zeit dafür, es lohnt sich.
  • Besprich‘ mit deinem Fotografen genau, was du möchtest! Je genauer deine Anweisungen, umso geringer die Wahrscheinlichkeit für Enttäuschungen. Diesmal hatten wir ein 2-stündiges Vorgespräch, in dem ich gesagt habe, was ich will und die Fotografin mir ihre Einschätzung und Tipps dazu gegeben hat und sich viele Notizen gemacht hat. Sehr wertvoll!
  • Sorge für gutes Make-Up und lass Aufnahmen mit verschiedenen Oberteilen und Hintergründen machen.
  • Lass den Fotografen beim Shooting auf Details von Frisur und Kleidung achten. Abstehende Haare oder verrutschte Oberteile müssen hinterher sonst aufwendig retuschiert werden.
  • Bezieh‘ bei der Bildauswahl hinterher 1-2 Menschen mit ein, die dich und dein Business gut kennen. Sie sind nicht so betriebsblind wie du ;-).

Und noch ein Wort zum Schluss: falls du darüber nachdenkst, die Bilder von der Freundin oder Bekannten machen zu lassen, die „total gerne fotografiert“ – lass‘ es bitte bleiben! Gerade, wenn du online Kunden gewinnen möchtest, ist dein Web-Auftritt absolut entscheidend. Wenn du ein kleines Budget hast, lass lieber nur wenige Bilder von einem professionellen Fotografen machen anstatt mit einem Haufen semi-optimaler Versuchs-Fotos dazustehen.

So, jetzt bin ich gespannt, ob diese Tipps hilfreich für dich waren. Welche hast du noch auf Lager?

Herzlichst,

deine Carolin

 

P.S.: Mein Dank für das letzte Shooting geht übrigens an Aust Photography. Spitzenmäßige Zusammenarbeit!