Drauf gehen2

Du hast schon längst erkannt, dass es nicht darum geht, es allen Anderen recht zu machen. Du sagst inzwischen viel weniger „Ja“ und viel öfter „Nein“ als früher. Du achtest sehr viel mehr darauf, was dir wirklich gut tut und stimmig für dich ist.

Und trotzdem bist du noch nicht voll in deiner Kraft.

Ich sag‘ dir warum: du bist immer noch viel zu nett.

Dabei meine ich nicht, „nett“ im Sinn von höflich und freundlich. Ich meine die Art von „nett“, bei der du dich klein machst, um Andere nicht zu überfordern. Dein Angepasst-Sein, dein Dich-Zurücknehmen, um dein Umfeld nicht zu düpieren, bloß zu stellen, mit sich selbst zu konfrontieren.

Du weißt genau, wovon ich spreche.

Du versteckst die Schönheit deines Körpers und stimmst ein, in das Gewinsel über zu viel oder zu wenig, über Falten und Beulen – um mit deinem Strahlen nicht aus der grauen Masse hervorzustechen.

Du erzählst lieber von deinen beruflichen Fehlschlägen, Problemen oder all dem, was du noch nicht geschafft hast anstatt deine Erfolge zu genießen.

Du suchst dir schwächere Sportkameraden und begibst dich auf deren Level anstatt deiner Power, Eleganz und Beweglichkeit absolut freien Lauf zu lassen.

Du schaltest fünf Gänge zurück, erklärst, rechtfertigst und wartest geduldig, damit auch jeder mit dir mitkommt (zur Not machst du dich mit übermäßigem Essen noch ein bißchen träger…).

Ertappt?

Das ist wirklich sehr nett von dir. Jeder fühlt sich wohl in deiner Gesellschaft, du bist sympathisch, verständnisvoll und hast immer ein offenes Ohr.

Zu dumm nur, dass du selbst dabei auf der Strecke bleibst.

Denn du bist nun mal viel mehr, als du dich bislang getraut hast zu zeigen. Viel mehr.
Du bist schöner, klüger, schneller als du auch nur ansatzweise anerkannt hast. Und du kaufst dir selbst die Geschichte ab, dass es unfair wäre und andere verletzen würde, wenn du das offenkundig zeigen würdest.

Du stotterst mit einem alten, klapprigen Käfer durch’s Leben anstatt dir den flotten Flitzer zu schnappen, der dir wirklich gut stehen würde.

Du glaubst mir nicht?

Beantworte diese simplen Fragen:

  • Wieviele Menschen, die mir dir zur Schule gegangen sind, haben seitdem auch nur annähernd so viel erlebt wie du (Wohnorte, Jobs, Reisen, Hobbies)?
  • Wieviele der Menschen in deinem engsten Umfeld sind so schnell wie du oder schneller?
  • Wieviele Menschen in deiner Umgebung teilen deine Fragen, Träume, Ideen oder können zumindest nachvollziehen, wovon du sprichst? (Du sprichst gar nicht darüber? Ach,… warum wohl?!)
  • Wieviele deiner Sportpartner können dein Pensum, Tempo, deine Ausdauer oder deinen Schwierigkeitsgrad mithalten oder überbieten?

Wenn du insgesamt mehr als 5 Menschen gefunden hast, klicke diesen Artikel augenblicklich weg und feiere, wie genial du dir das eingerichtet hast (vielleicht magst du fragen: „Wie wird’s noch besser?“?!).

Sollten dir weniger als 5 Personen in den Sinn gekommen sein, die sich auf deinem Level bewegen, dann machst du dich zu 99,9% permanent kleiner als du bist.

Und, um das mal ganz klar zu stellen:
es geht hier nicht darum, wer besser oder schlechter ist. Ich rate dir auch nicht dazu, ein arrogantes Arschloch oder eine rücksichtslose Sau zu werden. Du darfst sehr gerne so empathisch und umgänglich bleiben, wie du bist.

Du darfst aber auch gleichzeitig noch sehr viel mehr du selbst sein. Noch viel mehr.
Es wäre doch sehr schade drum, wenn all die PS unter deiner Haube sich weiterhin vor Langeweile gegenseitig auf die Füße treten. Es wäre doch dämlich, den wirklich spannenden, aufregenden Spielen dieses Lebens noch länger von außen zuzuschauen anstatt die zentrale Figur zu sein. Und es wäre fatal für unseren Planeten und unsere Gesellschaft, wenn du dich mit deiner Power, deinen Prinzipien und deiner Potency auch nur eine Sekunde länger versteckst.

Trau‘ dich, groß zu sein. Es lohnt sich.

Herzlichst,
Deine Carolin

 

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