Glocke
Plötzlich geht Dir ein Licht auf und Du erkennst, dass Du unter einer Glocke steckst. Dir wird bewusst, dass eine Schwere auf Dir liegt, auf Deine Stimmung drückt und Dich am liebsten zurück ins Bett unter die Decke zerren würde.

Du fragst Dich: wie kann das sein? Gestern oder vor ein paar Stunden war ich doch noch so gut drauf? Was ist plötzlich anders geworden?

Hast Du das schon mal erlebt?
Ich erinnere mich, dass ich früher Tage, wenn nicht sogar Wochen unter dieser Glocke verbracht habe ehe mir das überhaupt bewusst wurde. Dann kam eine Zeit, wo ich sehr schnell bemerkte, wenn diese Schwere sich auf mich gelegt hatte – und ich akzeptierte es einfach, ohne dem ganzen allzu viel Bedeutung zu geben.

Inzwischen gehe ich noch einen entscheidenden Schritt weiter: ich finde mich nicht damit ab, unter dieser Glocke zu verharren bis sie sich von selbst wieder vom Acker macht. Sondern ich stelle Fragen: Was ist das eigentlich? Was passiert hier wirklich?

Und in erster Linie: Wem gehört diese Schwere?

Und siehe da: diese letzte Frage enthüllt in 99% der Fälle, dass es gar nicht meine eigene Schwere ist. Meist kann ich sofort sagen, von wem ich sie übernommen habe. Und dann ist es ein leichtes, sie zurück zu schicken.

So hier kommt mein Rezept zur Auflösung der Glocke für Dich:

  • Sobald Du merkst, dass da plötzlich diese Schwere auf Dir liegt, frage Dich: „Ist das wirklich meine Schwere?“. Falls sich diese Frage in Deinem Körper nicht leicht, sondern schwer anfühlt, kannst Du sicher sein, dass es nicht Dir gehört. Das wird überraschend oft der Fall sein…
  • Frage Dich als nächstes: Mit wem hatte ich zuletzt Kontakt, von dem ich diese Schwere übernommen haben könnte? Vielleicht hast Du mit Deiner Mutter telefoniert, der es nicht gut geht. Oder Du hast eine Freundin getroffen, die grad „durch hängt“. Möglicherweise hattest Du auch mit einem Kunden zu tun, der im Sumpf aus Sinnlosigkeit oder Depression steckt. Oder, oder, oder… Manchmal reicht es sogar aus, an jemanden zu denken, dem es nicht gut geht.
  • In den meisten Fällen wird Dir bewusst werden, von dem Du diese Schwere übernommen hast. Wir tun das sehr oft unbewusst, um dem anderen Menschen zu helfen, ihm etwas abzunehmen (wir selbst sind ja so stark, dass wir’s tragen können *lol*). Falls Du mal nicht drauf kommst, wem es gehört, ist es auch nicht schlimm.
  • In jedem Fall hast Du nun die Möglichkeit, diese Schwere an den- oder diejenige zurück zu schicken, dem/der es eigentlich gehört. Dazu sagst Du einfach: „Ich schicke diese Schwere/Traurigkeit/Sinnlosigkeit zurück an … (Name der Person) bzw. zurück an den Absender.“ Das machst Du so oft (u.U. auch mit mehreren Personen) bis es sich deutlich leichter für Dich anfühlt.

Wie wäre’s, wenn Du „solche Tage“ nicht länger aushalten und ertragen müsstest?

 

In der nächsten Depri-Phase: probier’s mal aus. Es lohnt sich.

 

Alles Liebe,
Carolin

 

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