Frau alleine glücklich

Die Angst vor dem Alleinsein ist eine der größten Ängste, die wir haben. Und wir tun so einiges dafür, um sie nicht fühlen zu  müssen: wir halten uns busy mit Sport, Facebook, Telefonieren, Shoppen und vor allem umgeben wir uns mit anderen Menschen, um uns nicht so alleine zu fühlen.
Doch wenn Du ehrlich zu Dir bist, hast Du Dich wahrscheinlich auch schon inmitten anderer Menschen einsam gefühlt. Vielleicht sogar, wenn Du mit Deinen besten Freunden oder Deinem Partner zusammen warst.
Andererseits kann es sein, dass Du Deine Einsamkeit schon seit Jahren nicht mehr gefühlt hast. Eben, weil Du gut abgelenkt warst oder die Zweisamkeit mit Deinem Partner sich so verbunden und vertraut angefühlt hat. Dann wirst Du erst durch eine Krise – Krankheit, Trennung, Arbeitslosigkeit – wieder an Dein Alleinsein erinnert.

In einigen esoterischen Kreisen ist es sehr „in“, davon zu sprechen, dass wir alle miteinander und mit allem verbunden sind und sich somit niemand allein fühlen braucht. Ich möchte dem nicht widersprechen. Auf einer gewissen Ebene  sind wir tatsächlich alle verbunden, haben den gleichen Ursprung und mittlerweile ist es sogar wissenschaftlich erwiesen, dass unsere Gedanken und Gefühle unsere Außenwelt beeinflussen (also muss es da eine Art Verbindung geben).

Aber: trotz allem sind wir einfach menschliche Wesen. Sehr unterschiedlich, einzigartig, individuell. Niemand hat die gleichen Gefühle, Überzeugungen, Erfahrungen, Ängste oder Fähigkeiten wie Du. Deshalb gibt es per se niemanden auf der Welt, der Dich wirklich in allen Aspekten Deines Seins versteht, Deiner Meinung ist und Deinen Geschmack teilt.

Im Grunde Deines Menschseins bist Du alleine.

Genau wie ich und alle anderen Menschen um Dich herum.

Mich persönlich hat diese Einsicht enorm erleichtert. Jahrelang bin ich davor weggelaufen, mein Alleinsein zu spüren – ich war wie auf der Flucht vor mir selbst. Inzwischen erlaube ich mir immer wieder ganz bewusst, mein Alleinsein zu fühlen. Ich tauche regelrecht darin ein und gehe darin auf. Was dann passiert, ist Entspannung auf allen Ebenen: ich muss nicht mehr in Aktionismus verfallen oder um andere Menschen „kämpfen“, um mich nicht einsam zu fühlen.

Aus dieser Position heraus, in der ich akzeptiere grundsätzlich erstmal allein auf der Welt zu sein, bin ich vollkommen frei.

Meine Einladung an Dich: trau Dich, Dein Alleinsein zuzulassen und anzunehmen! Damit meine ich, es wirklich in Deinem tiefsten inneren zu fühlen. Darin zu baden. Denn dann hast Du nichts mehr zu befürchten. Dann gehst Du aus freien Stücken auf andere Menschen zu, Du begegnest Ihnen aus Deiner inneren Stärke heraus anstatt aus einer Bedürftigkeit. Erst, wenn Du Dein Alleinsein liebst, bist Du wirklich frei, Dich auf andere Menschen einzulassen. Und sie werden spüren, dass Du sie ausgewählt hast, weil Du sie schätzt und nicht, weil Du sie brauchst.

Trau Dich, alleine zu sein. Es lohnt sich.
Alles Liebe,
Carolin

 

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