„Ihr macht zu wenige Fehler!“

Dieser Satz von Clinton Callahan während einer meiner Ausbildungen bei ihm hallt noch heute in meinen Ohren nach.
Wie sehr ich ihn doch hasste für diesen Satz! Vermutlich deshalb, weil ich ganz genau wusste, wie recht er hatte…

Heute, viele Jahre später, wäre ich eine gute Schülerin. Denn ich kann mit stolz geschwellter Brust behaupten: Ich habe viele Fehler gemacht – und täglich kommen neue dazu!

Warum ich mich damit brüste? Und das ausgerechnet in einem Artikel über das Gut-Werden?

Well…

Lass uns von vorne beginnen.

 

Die meisten Menschen hassen es, Fehler zu machen.

Und noch mehr hassen sie es, wenn andere sehen können, dass sie einen Fehler gemacht haben.

Das führt dazu, dass sie am liebsten Dinge tun, die sie gut können und von denen sie genau wissen, dass sie diese Aufgaben mit Bravour meistern werden.
Mit anderen Worten: Sie halten sich bevorzugt in der Komfortzone ihrer bekannten Kompetenzen auf.

Wieviel Fortschritt und Entwicklung innerhalb dieser Kompetenzzone stattfindet?!

Genau: Quasi nullkommanull.

Um den Fehler-Risiko-Score möglichst klein zu halten, tust du am besten konsequent das, was du schon immer getan hast und zuverlässig gut hinbekommst.

Klingt phänomenal spannend, oder?

Da diese Vorstellung dich leider zu Tode langweilt und du außerdem ein extrem lern- und wissbegieriger Mensch bist, steckst du in der Bredouille:

 

Der Perfektionist in dir bekommt heftige Schweißausbrüche, sobald du auch nur darüber nachdenkst, etwas Neues auszuprobieren.

Denn „neu“ bedeutet für ihn „Gefahr“. Die Gefahr, Fehler zu machen. Und Unsicherheit darüber, ob und wie es funktionieren wird.

Um das nochmal klipp und klar zu sagen:

Sobald du die bekannten, eingetretenen Pfade verlässt, steigt die Wahrscheinlichkeit für Fehltritte und Irrwege auf nahezu 100 Prozent. Du wirst also garantiert Fehler machen.

 

Keine allzu verlockenden Aussichten, oder?

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du immer erst nach einem Fehler daraus lernst und nie davor?
Klingt banal, hat aber eine enorme Tragweite.
Denn es bedeutet in letzter Konsequenz, dass du jede Fähigkeit, jede Erfahrung, jedes Wissen mit einem (oder mehreren) Fehler bezahlt hast.

Natürlich kannst du dir Wissen aus Büchern oder Kursen ohne Risiko aneignen. Allerdings nur in der Theorie. Und selten exakt maßgeschneidert für deine Situation.
Die Umsetzung und Anwendung in der Praxis erfolgt immer auf eigene Gefahr und unter dem größten Risiko, Fehler zu machen.

Hinzu kommt, dass du kein Mensch bist, der gerne abkupfert. Du bist individuell und es liegt dir sehr viel daran, authentisch zu sein und das zu tun, was für dich persönlich wirklich stimmig ist.

Das bedeutet aber auch, dass noch niemals irgendein Mensch genau das umgesetzt hat, was du vorhast. Es gibt noch keine Anleitung für deinen ganz eigenen Weg. Du darfst ihn entwickeln, während du gehst.

Gleichzeitig ist es dir wichtig, richtig gut zu sein in dem, was du tust. Mittelmaß ist nicht dein Ding und du möchtest auch von anderen für deine Fähigkeiten und Kompetenzen anerkannt werden.

 

Und hier beißt sich die Katz‘ in den Schwanz:

Da es niemanden gibt, der dir genau sagen oder zeigen kann, was für dich richtig ist und wie es funktioniert, musst du es selbst herausfinden.
Du wirst Dinge ausprobieren, manches wird aufgehen, anderes nicht.

An dieser Stelle kannst du dir deine Schnelligkeit und deinen gesunden Ehrgeiz zu deinen besten Verbündeten machen. Und zwar, in dem du die Methode des schnellen Lernens anwendest!

Die meisten Menschen versuchen, vorher genau zu verstehen und zu planen, was sie tun werden und wie es funktioniert. Das befriedigt den Kontrolletti und den Sicherheitsfanatiker in uns.

Doch es hat drei entscheidende Nachteile:
1. Es ist stink langweilig.
2. Du brauchst eeeeewig, bevor du anfängst, denn du musst ja zuerst alles wissen, bevor du loslegen kannst. Einige Menschen warten ihr ganzes Leben lang darauf, „bereit“ zu sein.
3. Es funktioniert nicht wirklich, denn du kannst in der Theorie niemals alle Eventualitäten bedenken und vorhersehen. Schlussendlich macht das Leben dir dann doch einen Strich durch den perfekten Plan.

 

Schnelles Lernen bedeutet dagegen, intuitiv schnell zu handeln und schnell Entscheidungen zu treffen.

Du weißt schon vorher, dass du sicherlich dabei nicht alles richtig machen wirst. Aber du vertraust darauf, dass du auf deinem Weg ganz automatisch alles Feedback bekommst, das du brauchst:

Wenn etwas gut funktioniert, machst du einfach so weiter.
Wenn etwas nicht gut klappt, merkst du das sehr schnell: Die erwarteten Ergebnisse bleiben aus, Menschen geben dir Rückmeldungen oder du merkst, dass du dich nicht wohlfühlst.
Also triffst du eine neue Entscheidung und änderst den Kurs.

Auf diese Art und Weise findest du sehr schnell den richtigen Weg und du wirst sehr schnell richtig gut. Weil du innerhalb kurzer Zeit viele Fehler machst, aus denen du lernst.

 

Was es dazu braucht, ist eine einzige Zutat: Den Mut, Fehler zu machen.

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf die Definition von „Fehler“.
Laut Wikipedia ist ein Fehler „die Abweichung von einem Standard, den Regeln oder einem Ziel.“.

Moment Mal: Abweichung?
„Abweichung“ klingt schon mal viel weniger schlimm als „Fehler“, oder?

Wenn du einen Fehler machst, weichst du also von der Ideallinie ab, die dich auf geradem Weg schnellstmöglich ans Ziel führen würde oder dem Standard entsprechen würde.

Ganz ehrlich: Das ist nicht wirklich dramatisch, oder?

Wenn alles, was passieren kann, die Abweichung von der Ideallinie ist und du dadurch möglicherweise Zeit verlierst, wärst du dann bereit, mehr Fehler zu machen?

Es lohnt sich, diese Frage ein bisschen sacken zu lassen. Denn die Antwort darauf könnte dein Leben verändern.

Wieviel mehr Spaß am Ausprobieren könntest du gewinnen, wenn du nicht jeden Fehler zum Mega-Drama machen würdest?
Wieviel kreativer könntest du dir erlauben zu sein, wenn du nicht hundert Prozent sicher wissen müsstest, was dabei herauskommt?
Wieviel verständnisvoller und großzügiger könntest du mit dir selbst sein, wenn du jeden Fehler einfach als „Abweichung von der Ideallinie“ betrachten würdest?

Und wieviel schneller könntest du richtig, richtig gut werden, wenn du dir erlauben würdest, richtig, richtig viele Fehler zu machen? ;-)

Alles ist möglich. Auch für dich!

Herzlichst,

 

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