Konzeptlos
Gestern ist die außergewöhnliche Teleclass über die Kreation einer außergewöhnlichen Beziehung zu Ende gegangen und in diesen Calls ist mir nochmal eine der größten Limitierungen bewusst geworden, der sich die meisten von uns – ohne es zu merken – unterworfen haben: der Versuch Konzepten gerecht zu werden.

Es gibt in unserer Gesellschaft kaum einen Lebensbereich, in dem wir uns nicht an Konzepten orientieren.

Da ist beispielsweise die Idee der perfekten, romantischen Beziehung. Mann + Frau + 2 Kinder + Haus + Garten (+ Hund). Für gewisse Variationen besteht noch eingeschränkter Spielraum. Zum Beispiel wird es zähneknirschend geduldet, wenn sich ein Paar entscheidet, keine Kinder zu haben oder das Geld für ein eigenes Haus nicht vorhanden ist.
Was aber, wenn Du im tiefsten Inneren gar keine (klassische) Beziehung möchtest? Was, wenn Monogamie für Dich an Masochismus grenzt? Was, wenn Du gerne Single bist und drei Affären gleichzeitig haben möchtest? Oder Sex für Dich nicht mehr als ein notweniges Übel ist?

Damit bist Du in dieser Gesellschaft durchgefallen. Als beziehungsunfähig oder untreu beschimpft man Dich dann  vermutlich.

Oder wie sieht es im Berufsleben aus? Hier solltest Du einen linearen Lebenslauf haben, Schule-Ausbildung-Job, und dann entsprechend Karriere machen. Gute Arbeitszeugnisse einheimsen und fleißig arbeiten, damit Dir Dein Job sicher ist. Für einige Branchen ist es auch noch akzeptabel ein eigenes Unternehmen zu haben – in anderen Bereichen dagegen schon nicht mehr.
Aber was, wenn Du es liebst, tausend Dinge gleichzeitig zu tun? Was, wenn Routine Dich langweilt und Du ständig neue Herausforderungen brauchst? Was, wenn Du es liebst, neue Dinge auszuprobieren ohne Garantie, dass „es gut geht“? Was, wenn Geld und Status Dir egal sind und Du lieber jeden Tag neu entscheidest, was Dir Spaß macht?

Auch damit hast Du in dieser Gesellschaft leider versagt. Lebenskünstler schimpft man Dich dann vielleicht.

Ähnliche Konzepte gibt es darüber, wie eine heile Familie aussehen sollte oder wie unsere Körper aussehen, welche Werte und Ansichten wir vertreten oder welche Hobbies wir ausüben sollten. Und, und, und.

Wieviel Freiraum bleibt da für Dich, Dich so zu entfalten, wie Du wirklich bist?
Wieviel Entscheidungsfreiheit hast Du dann, die Dinge zu wählen, die wirklich für Dich funktionieren?

Nicht so viel, oder?

All diese Konzepte existieren – in den Köpfen der Menschen. Sonst nirgends. Was, wenn Du Dir erlauben würdest, über diese fixen Ideen hinaus zu leben, zu kreieren?

Was, wenn Du Dir erlauben würdest, die hedonistische, verpeilte, kreativ-chaotische, verführerische, laszive, sprunghafte Lebenskünstlerin zu sein, die Du wahrhaftig bist?*

Klingt das nach mehr Spaß?

Könnte es sich lohnen, das mal auszuprobieren?

Enjoy!
Carolin

  • oder der hedonistische, verpeilte, kreativ-chaotische, verführerische, laszive, sprunghafte Lebenskünstler ;-)

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