Mein Weg I

Es fühlt sich ein bißchen skurril an, einen Artikel mit solch einer Überschrift zu schreiben. Als ob ich „es“ geschafft hätte und jetzt …?
Es gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, mein Innerstes nach Außen zu kehren und mit der Öffentlichkeit zu teilen. Und nein, es geht mir nicht darum, darzustellen, wie toll ich bin. Mein Weg war auf vielen Strecken alles andere als glamourös, das wirst Du gleich selbst sehen.

Der einzige Grund, warum ich diesen Artikel schreibe ist, um Dir zu zeigen, was alles möglich ist.

Und, DASS man den Weg aus der Orientierungslosigkeit, Verzweiflung und Angst in ein absolut erfülltes, leichtes und erfolgreiches Leben finden kann.

Meine Geschichte ist der Grund, warum dieser Blog „Alles ist möglich“ heisst. Und gleichzeitig bin ich der lebende Beweis dafür, dass es stimmt.

Und wenn ich das kann, kannst Du das auch.  Punkt.

Ich versuche, mich kurz zu fassen. Lass uns beginnen im Jahr 2010. Um meinen 28. Geburtstag herum war ich – mal wieder – echt am Ende. Jedenfalls fühlte es sich in diesem Moment so für mich an.
Ich hatte einen tollen Job, größtenteils nette, internationale Kunden, super Kollegen, gute Freunde (dachte ich…), mit meinem neuen Hobby Klettern absolut mein Ding gefunden und lebte in einer wunderschönen Stadt. Den furchtbaren Liebeskummer nach der letzten Trennung, der mich über Monate echt an meine Grenzen brachte, hatte ich endlich überwunden. Es hätte also alles so schön sein können. War es aber nicht. Und oh wie sehr hab ich mich falsch gemacht dafür, dass ich nicht – wie scheinbar alle anderen – einfach mal zufrieden sein konnte!!! Needless to say, dass auch mein Umfeld nicht gerade vor Verständnis für mein Gezicke strotze…

Zu diesem Zeitpunkt war mein Arbeitstag eine emotionale Achterbahnfahrt aus Panik, Überforderung und Langeweile. Ich hatte tatsächlich Angst, verrückt zu werden. Und ich fühlte mich permanent gestresst, obwohl ich gar nicht so viel zu tun hatte. Oder besser gesagt: ich war der Ansicht, es wäre klug, alles möglichst schnell abzuarbeiten, denn dann konnte ich sicher sein, alles unter Kontrolle zu haben. Und so arbeitete ich am Morgen im Akkord und langweilte mich jeden Nachmittag zu Tode bis ich um Punkt 16 Uhr das Weite suchen konnte. Dass mich all die Anspannung auch abends und nachts nicht losließ, kannst Du Dir denken. Meine Selbsttherapiemethoden reichten von Wein über Fressanfälle bis hin zu autogenem Training und unzähligen Entspannungs-CDs. Sie scheiterten allesamt kläglich. Einziger Lichtblick war das Wochenende, das ich meist draußen und an der Wand verbrachte. Es war aber irgendwie einfach immer viel zu schnell vorbei und reichte gerade aus, um mich für Montag wieder funktionsfähig zu machen. Was für ein Leben!

Es war also klar wie Kloßbrühe, dass es so nicht weitergehen konnte.

Denn ich wusste, dass ich krank werden würde, wenn sich nicht eher früher als später eine Lösung finden würde. Ich hatte während des Studiums schon zwei Zusammenbrüche, die man heute wohl als Burnout bezeichnen würde (diese Story kannst du bald bei Mischa von Adios Angst lesen) und war wild entschlossen, es nicht wieder so weit kommen zu lassen.

Mein erster Weg führte zu einem Therapeuten.

Meinen Teamkollegen kommunizierte ich das ganz offen, weil ich deswegen immer mal wieder tagsüber für 2 Stunden weg musste. Sie schauten mich mit sehr großen Augen an und fragten, ob ich einen an der Klatsche hätte. Schließlich hätte jeder in dieser Firma eine Therapie nötiger als ich. In die gleiche Kerbe schlug der Therapeut selbst: nach der ersten Sitzung teilte er mir mit, dass er mich leider nicht behandeln könne. Ich wäre nicht krank genug, als dass die Krankenkasse dafür zahlen würde. Ich sagte, mir wäre schon klar, dass ich nicht krank bin. Ich wüsste aber, dass ich krank werden würde, wenn ich so weiter machte und, dass ich das gerne verhindern würde.

Das fand er sehr löblich, meinte aber, er könne da nichts tun. Mein entsetztes Gesicht und meine Entscheidung, dass ich die Sitzungen dann selbst zahlen würde veranlassten ihn dazu, in seiner Dokumentation dann doch etwas schwerwiegendere Probleme bei mir festzustellen…
Alles in allem war es eine interessante Erfahrung, mal auf so ner Couch zu sitzen, ein paar Tränchen raus zu quetschen und wieder mit Murmeln zu spielen (sie sollten irgendwas symbolisieren, was ich schon wieder vergessen habe), aber irgendwie konnte ich einen Therapeuten (der mir von Therapie-erfahrenen Leuten heiß empfohlen worden war!), der Kettenraucher war und so gar nicht glücklich wirkte auch nicht wirklich ernst nehmen…
Satz mit X: war wohl nix.

Ich also von Tag zu Tag mehr verzweifelt und entwickelte alle möglichen körperlichen Stresssymptomen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch („Ich liege  über’m Netto beim Arzt. Bin im Supermarkt zusammengeklappt und kann heute nicht zur Arbeit kommen“). Das Durchsuchen der Stellenanzeigen macht das Ganze nur schlimmer: alles, worauf meine Ausbildung und Erfahrung passten, wäre das gleiche in grün, nur in einer anderen Stadt bei einem anderen Unternehmen gewesen. Zu diesem Zeitpunkt betreute ich als Key Account Managerin in einem Biotech-Unternehmen die größten Pharma-Konzerne der Welt – und ging nach der Arbeit im Bioladen einkaufen…

Um es kurz zu machen: ich stand mit dem Rücken zur Wand.

Meine bisherige Karriere passte hinten und vorne nicht mehr, ich sehnte mich zutiefst danach, etwas Sinnvolles zu tun, was wirklich mir entspricht und hatte nur leider keinen blassen Schimmer, was das sein sollte. Keinen.

Nach vielen schlaflosen Nächten und unglaublichen Ängsten traf ich die Entscheidung zu kündigen, ohne etwas Neues zu haben. Eine Auszeit sollte mir helfen herauszufinden, was ich eigentlich will. Ich kam auf die glorreiche Idee, meiner Mutter und meiner damals besten Freundin davon zu erzählen. Beides herzensgute Menschen, die sich große Sorgen um mich machten und vor allem selbst gefangen waren in den Fesseln des „Systems“ und sich nie getraut hatten, ihre Träume zu verwirklichen. Welch Wunder also, dass sie meinten, ich solle mir das doch nochmal überlegen. Ich also einen Rückzieher gemacht, eine Woche länger gelitten und dann heimlich, still und leise meine Kündigung eingereicht, ohne irgendjemandem davon zu erzählen.

Dann zu meinem Teamleiter: „Ich muss mal mir dir reden…“ und mit Kaffee auf der Couch im Aufenthaltsraum das zweite Mal in der Firma geheult (das erste Mal – du kannst es Dir denken – verursachte der Mann für’s Leben, der sich ein paar Monate zuvor aus völlig unverständlichen Gründen von mir getrennt hatte). Diesmal waren es allerdings Tränen der Erleichterung. Obwohl ich keine Ahnung hatte, wie es weitergehen sollte, fiel mit einem Mal all die Anspannung von mir ab und ich fühlte mich wie neu geboren.

Meine Kündigung sprach sich natürlich wie ein Lauffeuer herum und ich war völlig perplex, wieviele meiner Kollegen auf mich zu kamen, mir ihre Bewunderung aussprachen und mir beichteten, dass es ihnen im Prinzip ja sehr ähnlich ginge, aber…. Moment mal, die Kollegen, die ich zuvor dafür beneidet hatte, dass sie einfach ihren Job machen und mit sich und der Welt zufrieden sind, beglückwünschten mich jetzt zu meiner Entscheidung und meinem Mut?!? Vollkommen verrückte Welt.

So stand ich also am 1. August 2010 da, meldete mich arbeitslos und stürzte mich in das Abenteuer „Ich finde meine Berufung“.

Zum Glück ahnte ich damals noch nicht, welche Herausforderungen da noch auf mich warten sollten…

Wie ich meine Bestimmung dann tatsächlich gefunden habe, die Möglichkeitsmacherin geboren wurde und ich dorthin gekommen bin, wo ich heute fröhlich mein Leben kreiere, kannst Du im 2. Teil lesen. Stay tuned!

 

Herzlichst,
Deine Carolin

 

 

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