Woman back with lingerie. Girl showing rude gesture
Ist Dir schon mal aufgefallen, wie wichtig es Dir ist, was andere über Dich denken?
Wie sehr achtest Du bei allem, was Du im Beisein anderer sagst oder tust auf ihre (zu erwartenden) Reaktionen?

In meinen heutigen Coaching Session war das ein zentrale Thema. Wir sind so dermaßen fremdbestimmt – freiwillig.

In mir tauchte heute die Frage auf: warum lassen wir das zu? Wir tun nichts, aber auch gar nichts, ohne irgendeinen noch so versteckten Nutzen davon zu haben.

Also welchen Nutzen ziehen wir daraus, unser Handeln darauf auszurichten, es anderen recht zu machen?

Was kommt Dir dazu? Wem versuchst Du es recht zu machen? Wessen Meinung ist Dir wichtig? Sogar die wildfremder Leute, die Dir auf der Straße begegnen? Willkommen im Club!

Was ich entdeckt habe: es ist in erster Linie bequem.

Wenn ich tue, was alle tun, muss ich nicht rausfinden, was ich eigentlich will. Beziehungsweise muss ich mir nicht eingestehen, dass ich vielleicht gar nicht weiß, was ich will.
Wenn ich sage, was alle anderen hören wollen, mache ich mich beliebt, muss nichts erklären, muss keine Bewertungen für meine schrägen Ansichten einstecken.
Wenn ich tue, was andere von mir erwarten, brauche ich keine Verantwortung für meine Entscheidungen übernehmen – es war ja von den anderen als „richtig“ abgesegnet.
Wenn ich mein Leben lebe, so wie es hier normal ist, kann ich mir einreden, dass es gut ist.

Wenn ich meine Macht den anderen überlasse, bin ich nicht zu anders, nicht gefährlich, nicht unbequem, nicht seltsam, nicht verrückt, nicht … (was vermeidest Du zu sein?).
Und ich bin nicht ich selbst.

Wenn wir also davon sprechen, authentischer sein zu wollen, das leben zu wollen, was wirklich für jeden einzelnen von uns stimmig ist, dann müssen wir bereit sein, einen Preis dafür zu zahlen:
den Preis der Unbequemlichkeit. Wir müssen in Kauf nehmen, dass es ungemütlich werden könnte – für uns selbst und für andere. Zumindest vorübergehend. Langfristig wird dadurch sehr vieles leichter und angenehmer. Aber zuerst kann es einigen Staub aufwirbeln.

Also wie wichtig ist es dir, wirklich Du selbst zu sein?
Und bist Du bereit zu tun, was auch immer es dazu braucht?

 

Alles Liebe,
Carolin