Mein Protokoll für einen optimalen OP-Heilungsverlauf

Vier Operationen an Bauch und Blase innerhalb von 7 Wochen. Der Sommer 2026 hat mich voll an meine Grenzen gebracht – und darüber hinaus.

Aber: Zwei Monate nach meinem 20 cm Bauchschnitt war ich wieder klettern. Seitdem bin ich wieder wie gewohnt 3-4 mal pro Wochen in der Vertikalen unterwegs.

Wie das möglich wurde, möchte ich hier mit dir teilen. Jeder Heilungsverlauf ist anders und meiner war keineswegs frei von Rückschlägen (dazu unten mehr), aber unterm Strich doch sehr, sehr gut.

Ich habe versucht, meinen Körper bei der Heilung möglichst gut zu unterstützen. Natürlich ist es im Nachhinein schwer zu sagen, was letztendlich wirklich einen Unterschied gemacht hat, aber ich gebe dir einfach mein subjektives Empfinden dazu an.

Hier in aller Kürze die Chronologie, damit du die Fakten kennst:

12. Juni 2026: Laparoskopie (minimal-invasive Bauch-OP)
01. Juli 2026: Einsetzen einer Harnleiterschiene (Katheter von der Niere zur Blase, damit der empfindliche Harnleiter während der OP gut sicht- und tastbar ist)
02. Juli 2026: Längslaparotomie (offener Bauchschnitt) mit Entfernung Gebärmutter, rechter Eierstock etc.
28. Juli 2026: TUR-Blase (Entfernung von Endometriose-Polypen in der Blase)

06. September 2026: Erstes Mal wieder klettern (direkt im Vorstieg)
26./27. September 2026: Erstes Mal wieder Alpinklettern mit langem Zustieg, schwerem Rucksack etc.

Dass es so viele und so große Eingriffe werden würden, war nicht von Anfang an klar. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich nochmal ein bisschen intensiver darauf vorbereitet. Aber so hat ein Eingriff den nächsten ergeben und ich musste es nehmen wie es kam. ;-)

Supplements

Meine normale Supplement-Routine enthält als Fundament immer:

  • Vitamin D
  • Omega 3
  • B-Komplex
  • Magnesium
  • Selen
  • Jod

Entsprechend bin ich schon mit guten Spiegeln dieser Nährstoffe gestartet.

Zusätzlich habe ich rund um die OPs folgende Schwerpunkte gesetzt:

Proteinzufuhr hochfahren

Sowohl über die Nahrung als auch mit Supplements. Hier habe ich vor allem einen Aminosäure-Komplex genommen, weil Aminosäuren vom Körper leichter aufgenommen werden und schneller verfügbar sind als Proteine, die erst verdaut werden müssen.

Zusätzlich wollte ich speziell für die Wundheilung Glutamin, Kollagen und Glycin nehmen. Allerdings hatte ich in der ersten Woche nach der großen OP ziemlich starke Darmkoliken (du möchtest nicht wissen, wie die Ärzte bei so einer OP in deinem Bauch rumfuhrwerken…), so dass ich nur das Nötigste an Supplements und auch nicht viel Nahrung runterbekommen habe.

Unterm Strich habe ich weniger Protein zu mir genommen, als ich wollte. Aber erzwingen kann man die Dinge nicht. ;-)

Vitamin C Infusionen

Ich kann das natürlich nicht beweisen, aber mein Gefühl ist, dass die Vitamin-C-Infusionen ein echter Game-Changer für mich waren.

Ich habe mir jeweils zwei Tage vor den beiden größeren Eingriffen beim Hausarzt eine 7,5-Gramm Vitamin C Infusion geben lassen sowie drei bzw. fünf Stück noch in der Klinik direkt in den Tagen nach den OPs (jeweils eine am Tag).

Vitamin C kann laut Studien die Wundheilung unterstützen, den durch die OP verursachten oxidativen Stress abpuffern, den Bedarf an Schmerzmitteln reduzieren und Infektionen vorbeugen.

Ich hatte den Eindruck, dass mir die Infusionen vor allem für die erste, akute Wundheilung sehr gut getan haben.

Leber-Unterstützung

Natürlich habe ich vor allem bei der großen Bauch-OP sehr starke Schmerzmittel bekommen und wollte deshalb auch meine Leber in diesem Prozess gut supporten.

Ich habe deshalb parallel zu den OPs für einige Wochen NAC, Sulforaphan und Mariendistel genommen. Letztere kann die Wirkung diverser Medikamente beeinflussen – ich habe das in Kauf genommen, aber ich kann nicht grundsätzlich jedem diese Vorgehensweise empfehlen. ;-)

Mobilisierung

Der unangenehmste und gleichzeitig wichtigste Punkt für eine schnelle Heilung: So früh wie möglich und so viel wie möglich bewegen.

Nein, ein Spaß ist das nicht, mit einer frischen 20 cm Naht am Bauch aufzustehen und herumzulaufen – das weiß jede Frau, die einen Kaiserschnitt hatte. Aber ich habe mich in jedem Stadium meines Heilungsverlaufs aufgerafft, mich so viel wie möglich zu bewegen.

Von Mini-Spaziergängen auf dem Gang ab dem ersten Tag nach der OP über kleine Ausflüge in den Klinik-Hof bis zur ersten Runde ums Haus meiner Eltern: Meine Strecken wurden schnell länger. Acht Tage Post-OP bin ich schon 5 Kilometer am Tag gelaufen.

Ich habe lieber etwas mehr Schmerzmittel genommen, um mich mehr bewegen zu können, anstatt mich von Schmerzen ans Bett fesseln zu lassen. Pflege und Ärzte haben mich in diesem Vorgehen unterstützt, denn frühe Mobilisierung bringt einfach entscheidende Vorteile.

Ich bin mir absolut sicher, dass meine Nähte nicht nur schlechter verheilt, sondern auch mehr verklebt wären, hätte ich mich nicht so früh so viel bewegt.

Homöopathie

Keine Ahnung, ob und wieviel das gebracht hat, aber die Pflegerinnen haben mich immer bestärkt, wenn sie meine Globuli auf dem Nachttisch gesehen haben. ;-)

So hat mein Protokoll ausgesehen:

Ab 3 Tage vor der OP: Ledum, Arnica und Staphisagria ca. 3x täglich
Schnellstmöglich nach der OP: Ledum, Arnica und Staphisagria plus Nux vomica in 5-Minuten-Abständen, dann die Abstände immer größer werden lassen (10 Minuten, 30 Minuten, stündlich etc..). Nux vomica habe ich jeweils ca. 2 Tage lang genommen, den Rest bis zu zwei Wochen.

Dazu habe ich jeweils 2-3 Globuli aller Mittel zusammen in einem Glas Wasser aufgelöst und schluckweise davon getrunken.

Osteopathie

Ich bin schon lange ein großer Fan der Osteopathie. Aber nach den Erfahrungen der letzten Wochen umso mehr.

Die osteopathischen Behandlungen haben entscheidend dazu beigetragen, mein Nervensystem und meine Blase wieder zur Ruhe kommen zu lassen und die Spannung in meinem Becken zu lösen.

Ohne diese Unterstützung hätte sich mein Heilungsverlauf definitiv sehr viel zäher gestaltet.

Der mentale Aspekt

Diesmal hatte ich einen riesigen Vorteil: Aus den Erfahrungen meiner früheren Bauch-OPs wusste ich, dass ich wieder auf die Beine kommen werde.

Das klingt vielleicht für einen Außenstehenden absurd, aber bei meiner ersten großen Bauch-OP 2023 hatte ich absolute Horrorszenarien in meinem Kopf und unfassbar viel Angst, danach keinen Sport mehr machen zu können und dauerhaft eingeschränkt zu sein.

6 Wochen später war ich wieder klettern.

Diese Erfahrung hat mir diesmal enorm geholfen. Ich wusste, dass ich wieder fit werden und leistungsfähig sein würde. Darauf habe ich mich mental ausgerichtet.

Zach war’s trotzdem. Denn gefühlt kamen im Zwei-Wochen-Rhythmus ständig neue Hiobsbotschaften dazu.
Nachdem ich wegen einem starken Harnwegsinfekt zwischenzeitlich nochmal fünf Tage im Krankenhaus war und meine Blase sich scheinbar so gar nicht erholen wollte, war ich irgendwann mit den Nerven wirklich am Ende – siehe unten. Da waren dann auch mein Optimismus und meine selbst gesetzten Ziele dahin – ich war einfach „durch“.

Besonders in dieser Phase war der emotionale Support meiner Familie und meiner besten Freundinnen mega hilfreich. Die wussten zwar auch nicht, was sie noch sagen sollten, aber mir hat es einfach gut getan, mich zwischendurch bei jemandem ausheulen zu können (im wahrsten Sinne des Wortes) und die Unterstützung zu spüren.

Grenzen der Optimierung und Rückschläge

Zur Wahrheit gehört auch, dass ich fast 8 Wochen lang on-off Blasenentzündung hatte. Verursacht durch eine Kombination aus mechanischer Verletzung und Reizung durch die verschiedenen Eingriffe, einer hormonellen Umstellung und der veränderten Anatomie durch die Entfernung der Gebärmutter.

Hier bin ich mit Supplements & Co überhaupt nicht weitergekommen. Unterm Strich habe ich zwei Monate lang fast pausenlos Antibiotika genommen.

Rückblickend war das das Schwierigste am ganzen Heilungsverlauf: Die Wunden sind alle sehr gut verheilt, aber meine Blase hat lange gebraucht, um sich zu erholen.

Take-aways

Heilung kann man nicht kontrollieren. Aber man kann sie gut unterstützen.

Für mich sehr erschreckend war, wie oft mir Pflegerinnen und Ärzte das Feedback gegeben haben, dass bei mir alles so besonders einfach und besonders schnell gehen würde.
Vom Sport habe ich starke Venen, die sich leicht anstechen lassen.
Der Schmerzkatheter im Rücken ließ sich offensichtlich sehr leicht legen, weil alles so definiert und dadurch gut tastbar ist.
Ständig wurde mir gesagt, wie ungewöhnlich das ist, dass ich so schnell so gut aufstehen und mich so viel bewegen kann.
In welchem Zustand muss unsere Gesellschaft sein, wenn ein schlanker, sportlicher Mensch Mitte Vierzig eine so dermaßen außergewöhnliche Erscheinung ist?!

Insgesamt habe ich während dieser Zeit fast 6 kg abgenommen. In meinem Fall fast vollständig Muskelmasse. Obwohl ich das erwartet hatte, war es frustrierend mit anzusehen. Interessanterweise hatte ich den stärksten Abbau in den ersten 2-3 Wochen nach der großen OP. Offensichtlich hat sich mein Körper für die Wundheilung an meinen Proteinspeichern bedient. ;-)
Überraschend schnell hat sich die Muskulatur in den letzten vier Wochen aber auch wieder aufgebaut. Ich finde es einfach immer wieder absolut erstaunlich zu sehen, mit welcher Intelligenz der Körper ganz genau weiß, was er zu tun hat.

Vor wenigen Wochen habe ich wieder eine funktionelle Blutanalyse machen lassen, um zu sehen, wie sich die OPs auf meine Nährstoffspeicher ausgewirkt haben – trotz Supplementierung.
Die Ergebnisse teile ich demnächst im Newsletter mit dir. :-)

Solltest du auch mit Verletzungen oder Operationen zu tun haben, hoffe ich, dass du hier die eine oder andere Inspiration gefunden hast! Falls du Fragen zu all dem hast, schreibe mir gerne eine Nachricht.

PS: Auf Instagram habe ich einige Fotos von dieser Reise geteilt. Hier findest du das entsprechende Reel.
Das Titelbild des Beitrags wurde am 26.09.26 am Hochkönig aufgenommen.

Carolin Otzelberger

Dipl. Ernährungswissenschaftlerin und Longevity-Expertin

 


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